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Gemeindereise ins Burgund 2011 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 01. Dezember 2011 um 09:35 Uhr

Kirchen, Städte, Schlösser und Wein

Die diesjährige Reise der evangelischen Kirchengemeinde Alpirsbach führte erneut nach Burgund. In Autun, dem ersten Höhepunkt unserer Fahrt,  beeindruckte uns die imposante Kathedrale St. Lazare, eine der bedeutendsten romanischen Kirchen in Burgund. Hier und im Musée Rolin konnten wir uns von der Genialität  des Meisters Gislebertus überzeugen, der viele romanische Skulpturen an  Säulenkapitellen und am Kirchenportal geschaffen hat. Aber auch die römische Vergangenheit der von Kaiser Augustus als Augustodunum gegründeten Stadt ist nicht nur durch Statuen und Mosaikfunde im Museum sehr präsent, sondern auch durch zwei noch erhaltene alte Stadttore. In der Umgebung besuchten wir das Schloss Sully und konnten den Gottesdienst eines kontemplativen Frauenklosters an Allerheiligen miterleben.

Nach zwei Tagen verließen wir Autun und fuhren über Chateau Chinon, wo wir einen von der bekannten Künstlerin Niki de St. Phalle gestalteten Brunnen besichtigten, an die Loire, den letzten ungebändigten Fluss Westeuropas. In Nevers bewunderten wir die gotische Kathedrale und die ehemalige Klosterkirche St. Étienne, ein Beispiel der cluniazensischen Baukunst. Diese begegnete uns am selbigen Tag noch einmal in La Charité-sur-Loire, einem der bedeutendsten Tochterklöster Clunys. Wenn auch Teile der Kirche abgerissen wurden, kann man Von Gott berührt – gemeinsam feiern – von Gott bewegt. aus den vorhandenen Resten immer noch den Glanz einer Epoche erahnen, in der das Mönchtum die europäische Gesellschaft gestalten konnte.

Am Abend erreichten wir dann Vézelay, das uns für die nächsten Tage als Standquartier diente. Wir nutzten wiederholt die Gelegenheit um die Kirche zu besuchen und der Abendvesper der dortigen geistlichen Gemeinschaft beizuwohnen.

Am nächsten Tag ging es dann nach Auxerre, wo uns eine Stadtführung auch durch die großartige gotische Kirche St. Etienne führte. Die reizvoll über der Yonne thronende Stadt lohnt einen längeren Aufenthalt ebenso wie Joigny mit der spätgotischen Kirche St. Thiébaud. Der nächste Höhepunkt war die Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters Pontigny, die größte noch erhaltene Klosterkirche des Abendlandes. Sie beeindruckt durch ihre Größe und Schlichtheit. Ihre Kapitelle sind kaum verziert und der Kirchenraum bezeugt noch heute die asketische Spiritualität der frühen Zisterzienser. Am Abend gab es dann eine Weinprobe in rustikal-gemütlicher Umgebung mit Weinen der Region Vézelay.

Der nächste Tag brachte ein Kontrastprogramm mit der Besichtigung des von dem Naturwissenschaftler Buffon im 18. Jahrhundert angelegten Eisenwerkes bei Montbard, sowie einen Abstecher nach Flavigny-les-Ozerains, dem Drehort des Films "Chocolat".

Am folgenden Tag hieß es Abschied nehmen, nicht nur von dem Weltkulturerbe Vézelay, sondern auch von Burgund. Die Rückfahrt führte über die königliche Saline von Arc-et-Senans in der Franche Comté, die im 18. Jahrhundert nach den Ideen des Architekten Ledoux gestaltet wurde.

Von unserer Reise brachten wir zahlreiche Eindrücke mit, die die Geschichte von der Antike über das Mittelalter bis zur Aufklärung umfassten. Diese Einblicke in eine der bedeutendsten europäischen Kulturlandschaften und ihre kulinarischen Schätze werden ebenso wie die erlebte Gemeinschaft bei den Teilnehmern noch lange nachwirken.

Stefan Zizelmann

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 01. Dezember 2011 um 09:38 Uhr
 

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